veröffentlicht am: 14:00 GMT Standard Time - Dienstag 06 März 2012
Boko Haram erklärt Christen Nigerias den Krieg und droht sie aus Teilen des Landes auszumerzen
Land: Afrika, Nigeria
Die militante islamistische Gruppierung Boko Haram hat den Christen Nigerias den Krieg erklärt und gab bekannt, dass sie koordinierte Angriffe geplant hätten um die „Christen aus bestimmten Teilen des Landes auszumerzen“.
Ein Sprecher der Gruppe, die seit Weihnachten ihre brutale Kampagne gegen die Christen des Landes intensiviert hat, erklärte am Sonntag, dem 4. März:
Wir werden keinen Aufwand scheuen um jegliche christliche Präsenz auszumerzen und einen ordnungsgemäßen islamischen Staat errichten; die Christen werden gezwungen sein, den Norden zu verlassen.
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Die Ruinen der Kirche in Jos nach einem Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters
Quelle: Stefanos foundation |
Boko Harams Handlungen über die letzten Monate hinweg lassen darauf schliessen, dass es sich dabei nicht nur um leere Drohungen handelt.
Im Anschluss an eine Reihe von Anschlägen auf Kirchen und andere Ziele in fünf verschiedenen Bundesstaaten über Weihnachten, bei denen über 40 Menschen ums Leben kamen, gab die Gruppe allen Christen ein dreitägiges Ultimatum um den Norden des Landes zu verlassen. Unerbittliche Angriffe folgten, darunter sowohl Bombenanschläge auf eine Reihe von Kirchen als auch Angriffe auf christliche Einzelpersonen.
Erst kürzlich, am 26. Februar, brach ein Selbstmordattentäter in einem Fahrzeug voller Sprengstoff durch die Sicherheitsschranken des Hauptquartiers der „Church of Christ“-Kirche in Jos. Das Fahrzeug explodierte rund drei Meter vom Gebäude entfernt und tötete zwei Frauen und ein 18 Monate altes Kind; rund 50 Menschen wurden verletzt.
Die gewalttätigen Übergriffe scheinen die gewünschte Auswirkung auf die Christen Nordnigerias zu haben: Fast 95% der Christen haben den Bundesstaat Yobe, wo rund 20 Kirchen niedergebrannt und zahlreiche Menschen ihr Leben verloren haben, bereits verlassen.
Zahlreiche Flüchtlinge befinden sich auf dem Weg in den mehrheitlich christlichen Süden des Landes, während andere über die Grenze nach Kamerun fliehen. Die Massenemigration verursachte nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine geistliche Krise in Nigeria: Die Christen des Nordens, die ihre Häuser und ihre Arbeit zurücklassen mussten, benötigen dringend materielle Hilfe, während jegliche christliche Präsenz im Norden des Landes beinahe sprichwörtlich von der Landkarte getilgt wird.
Der blutige Feldzug von Boko Haram zur Einführung eines islamischen Staats im Norden Nigerias hat seit 2009 bereits rund 1.000 Menschen das Leben gekostet. Die Gruppe greift nicht nur Christen, sondern auch Sicherheitskräfte, Politiker und muslimische Führer an, die sich gegen ihre Pläne stellen. Alleine dieses Jahr wurden bereits über 300 Menschen umgebracht.
Die nigerianische Regierung hat mehrere Versuche unternommen um Boko Harams Terror Einhalt zu gebieten: Im ganzen Land wurden militärische Einheiten platziert und über die letzten Wochen wurden mehrere Mitglieder Boko Harams verhaftet oder getötet. Der Sprecher der Terrorgruppe drohte jedoch, dass die Regierung auf „das, was kommen wird, nicht vorbereiten sein kann.“
- Danken wir Gott für den Versuch der nigerianischen Behörden, Boko Harams Pläne zu durchkreuzen. Beten wir, dass sie alle benötigten Mittel zur Verfügung haben werden und sie wirksam einsetzten können.
- Beten wir, dass Gott sein Volk im Norden Nigerias beschützt und den Gemeindeleitern, die ihren Gemeindemitgliedern mit Rat und Tat zur Seite stehen, Seine Weisheit schenkt.
- Beten wir für all diejenigen, die aus ihrer Heimat fliehen und alles zurück lassen mussten, dass sie alle praktische und geistliche Hilfe erhalten, die sie in dieser traumatischen Zeit so dringend benötigen.




















