veröffentlicht am: 00:00 GMT Daylight Time - Mittwoch 01 Juli 2009
Fokus Fürbitte 07/09
IRAN - SCHLIMMSTE POLITISCHE UNRUHEN SEIT 30 JAHREN BEUNRUHIGEN KIRCHEN
NEPAL - BOMBENANSCHLAG AUF KIRCHE IN ZEITEN POLITISCHER UNRUHE
ÄGYPTEN - KIRCHE UND WOHNHÄUSER ANGEGRIFFEN
PAKISTAN - CHRIST GESTEINIGT, WEIL ER TEE AN EINEM FÜR MUSLIME RESERVIERTEN STAND TRANK
CHINA - NEUE EINSCHÜCHTERUNGS-TAKTIKEN
ÄGYPTEN - NEUES ZUR ÄNDERUNG DES AUSWEISES EINES CHRISTEN MUSLIMISCHER HERKUNFT
IRAN - SCHLIMMSTE POLITISCHE UNRUHEN SEIT 30 JAHREN BEUNRUHIGEN KIRCHEN
Gemeindeleiter äußern sich immer besorgter über die politische Instabilität im Land, die die iranische Politik zugrunde richtet und das öffentliche Leben in Teheran zum Stillstand bringt. Die Geschichte zeigt, dass solche Unruhen leicht zu Gesetzlosigkeit und Chaos führen, besonders was religiöse Minderheiten angeht. Angesichts des verschärften Tons, den der iranische Führer Ali Khamenei anschlägt und der religiösen Spannungen im Land, wirken diese Besorgnisäußerungen noch untertrieben.
• Loben Sie Gott, dass zum Zeitpunkt des Schreibens keine vermehrten Angriffe auf Christen oder Kirchen im Iran gemeldet wurden. Beten Sie, dass die zusätzliche Verborgenheit wegen der über das Land verhängten Mediensperre nicht zu Angriffen auf iranische Gläubige ausgenützt wird.
NEPAL - BOMBENANSCHLAG AUF KIRCHE IN ZEITEN POLITISCHER UNRUHE
Eine Gruppe, die sich zum Mord an einem Pastor in Nepal Anfang des Jahres bekannte, soll auch für den ersten Sprangstoffanschlag auf eine Kirche in der Geschichte Nepals verantwortlich sein. Die Bombe explodierte am 23. Mai in einem Gebäude in Lalitpur, im Süden Kathmandus. Eine Schülerin, die 15-jährige Celestina Joseph, und die 30-jährige Pabitra Paitri starben in der Explosion und mehr als ein Dutzend Menschen wurden verwundet.
Letztes Jahr hatte die hinduistische Gruppe „National Defence Army (NDA - Volksverteidigungsarmee)" zugegeben, eine Bombe in einer Moschee gezündet zu haben, wobei zwei Menschen umkamen. Nach ihrer Eigendarstellung möchten sie die traditionelle hinduistische Monarchie wiederbeleben. Dieser Vorfall verschlimmert die Instabilität nepalesischer Politik, nachdem der maoistische Premierminister Pushpa Kamal Dahal zurückgetreten war, weil der Präsident Ram Baran Yadav seine Forderung, den jetzigen Oberbefehlshaber der Armee zu entlassen, ablehnte.
Der neue Premierminister versucht nun, sein Kabinett zusammenzustellen, während Proteste und Streiks Kathmandu lahmlegen. Verschiedene Gruppen versuchen, die Zeit des Machtgerangels im entstehenden politischen System auszunutzen. Es gibt Gerüchte, dass die NDA gedroht hätte, Wohnungen und Kirchen der Christen zu sprengen, um Geld von ihnen zu erpressen.
• Beten Sie, dass der neue Premierminister Madhay Kumar ein neues Kabinett bilden kann, um die politische Lähmung zu beenden. Beten Sie, dass er religiöse Freiheit in dem mehrheitlich hinduistischen Nepal gewährt.
• Beten Sie, dass die Gerüchte, die NDA wolle ihre Angriffe auf Christen ausweiten und sie zur Auswanderung zwingen, nur Gerüchte bleiben.
ÄGYPTEN - KIRCHE UND WOHNHÄUSER ANGEGRIFFEN
Am Sonntag, den 21. Juni, griff eine Rotte ägyptischer Muslime eine Kirche in dem Dorf El-Fashn in Ost-Ezbet Boshra an. Sie zerstörten den Wagen des Pastors, schlugen die Fenster in der Kirche ein und griffen Gläubige mit Prügeln und anderen Waffen an. 25 wurden verwundet. Auch Wohnungen von Christen am Ort wurden überfallen: Die Menschen angegriffen, Möbel zerbrochen und elektrische Geräte gestohlen. Sicherheitskräfte schlossen sich dem Mob bei den Überfällen und dem Vandalismus an und nahmen gewaltsam 19 Christen fest.
Am nächsten Tag wurde der Pastor vor die Staatsanwaltschaft des Ortes gerufen und wegen sektiererischer Volksverhetzung angeklagt. Er und einige Gemeindeglieder, davon drei kleine Kinder, hatten sich in die Kirche geflüchtet, die dann von Sicherheitskräften umstellt wurde. Telephon und Internetverbindungen des Dorfes wurden getrennt, um die Christen daran zu hindern, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen.
Es kam zu dem Vorfall, als sechs Christen, die außerhalb des Dorfes leben, zu dem Pastor zu Besuch kamen. Zunächst verweigerten ihnen Sicherheitsbeamte den Zugang zum Dorf, ließen sie aber dann doch für eine befristete Zeit ein. Später forderte sie ein Polizeibeamter auf, das Dorf wieder zu verlassen, und genau da begegneten sie dem Mob, der sie bedrängte und einer Frau ins Gesicht schlug. Dann begannen die Muslime, das Kirchengebäude anzugreifen. Der Pastor meint, die Sicherheitskräfte wollten diese Unruhen als Grund dafür nehmen, dass dieses Dorf keine Kirche haben könne, obwohl die Hälfte der Bevölkerung Christen sei. "Die reinsten Wilden!" sagte er. "es tat mir in der Seele weh, zu sehen, wie brutal und barbarisch die Leute mit meiner Gemeinde umgingen."
Positiv ist zu vermerken, dass die Bewohner des Dorfes "Deir Abu Hanas" (deutsch etwa: Kloster des Vaters Hannas") die Entscheidung des Provinzpräsidenten feiern konnten, die ihnen erlaubt, ihren Namen beizubehalten. Das Justizministerium hatte eine Namensänderung beantragt. Der Name drückt nach Überzeugung der Bewohner ihre christliche Identität aus, die ins fünfte Jahrhundert zurück reicht, als das Dorf neben einem bedeutenden Kloster entstand, das nach dem Bischof Yuhannas al-Qassir benannt war.
• Beten Sie für den Pastor und die Gemeinde in El-Fashn, die den Angriff erlitten, dass der Herr ihnen in ihrer Not Geduld und Mut gebe.
• Beten Sie für die Sicherheitskräfte, dass sie die Verantwortlichen des Angriffs vor Gericht bringen und aufhören, die christliche Gemeinschaft grundlos zu belästigen.
• Danken Sie Gott, dass das Dorf Deir Abu Hanas seinen Namen behalten darf. Beten Sie, dass ägyptische Behörden Christen und Muslime nach gleichen Maßstäben behandeln.
PAKISTAN - CHRIST GESTEINIGT, WEIL ER TEE AN EINEM FÜR MUSLIME RESERVIERTEN STAND TRANK
Aktuelle Berichte aus dem Punjab weisen auf einen schweren Fall religöser Gewalt. Am 9. Mai stieg Ishtiaq Masih aus einem Bus, der in dem Dorf Machharkay angehalten hatte, um die Fahrgäste ausruhen und sich erfrischen zu lassen. An einem Tee-Stand am Straßenrand hing das Schild "Nicht-Muslime müssen vor Bestellung ihre Religionszugehörigkeit nennen. Hier werden nur Muslime bedient." Ishtiaq sah das Schild nicht und bezahlte mit seinem Leben für diesen Fehler.
Als Ishtiaq seinen Tee bezahlen wollte, bemerkte der Standinhaber seine Halskette mit einem Kreuz daran. Er rief seine Angestellten, um den Kunden, der das Schild missachtet hatte, zu bestrafen. Eine Gruppe Männer schlug Ishtiaq mit allem, was sie finden konnten, auch Steinen die sie vom Boden auflasen, zu Tode. Einwohnern des Dorfes und Mitreisenden vom Bus gelang es, die Prügelei aufzulösen, aber Ishtiak erlag an der örtlichen Pflegestelle seinen schweren Verletzungen.
Seine Familie brachte den Vorfall zur Anzeige, und wenn auch bisher nichts gegen den Standinhaber unternommen wurde, gab der Polizeiinspektor des Ortes an, dass Untersuchungen durchgeführt würden, und dass der Fall als religös motivierter Mord behandelt würde.
• Bitte beten Sie für Ishtiaqs Familie und Freunde, dass sie in der Lage sind, sich gegenseitig zu trösten, und dafür, dass dieser Vorfall nicht den Beginn, sondern das Ende einer Reihe von Angriffen markiert.
• Beten Sie für den Polizeiinspektor des Ortes, dass er den Fall gemäß der pakistanischen Verfassung gerecht und fair untersucht. Beten Sie darum, dass er damit beginnt, das Schild von dem Tee-Stand entfernen zu lassen, als Zeichen an die Dorfgemeinschaft, dass eine solche Haltung ungesetzlich ist.
• Beten Sie, dass Christen in Pakistan nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer Kastenzugehörigkeit diskriminiert werden. Beten Sie, um ein baldiges Ende aller Verfolgung unserer christlichen Geschwister.
CHINA - NEUE EINSCHÜCHTERUNGS-TAKTIKEN
Die Stadtkirche von Baixiang in der Nähe von Zhejiang in Ostchina wurde einer Besorgnis erregenden, neuen Form der Gewalt durch Infiltration ausgesetzt. Es wird berichtet, dass eine Gruppe Gottesdienste gestört hat, indem sie sich an den elektrischen Anlagen und Verstärkern zu schaffen machte, was Gemeindezusammenkünfte verhinderte. Teilweise wurden Gottesdienstbesucher auch tätlich angegriffen. Man nimmt an, dass die Gruppe staatliche Unterstützung genießt.
Im schlimmsten bisher berichteten Vorfall wollte Kirchenmitglied Huang Lemin als ehrenamtlich die beschädigte Elektroinstallation reparieren, nur um auf mehrere der Unterwanderer zu stoßen. Er wurde ins Gesicht geschlagen, dass seine Brille zu Boden fiel. Ohne sie konnte er weder sehen, noch sich verteidigen, wurde übel am Kopf geschlagen und erlitt einen Bruch des Nasenbeins und eine Gehirnerschütterung. Allerdings wurde Huang selbst sechs Wochen später von einem seiner Angreifer angeklagt, absichtlich Verletzungen verursacht zu haben, wurde festgenommen und eingesperrt.
Dies geschah auf dem Hintergrund anderer beunruhigender Entwicklungen. Ein bekannter kirchlicher Leiter ermutigte die Gläubigen in China, im Glauben fest zu bleiben, selbst wenn es zum Martyrium kommen sollte. Er sagte dies als Reaktion auf seine Feststellung zunehmenden Drucks von Seiten des Staates und der staatlich anerkannten Kirche. Ein Beispiel dafür sind die Bemühungen dreier verschiedener staatlicher Organismen, den Bau einer neuen Kirche in Menzhou in Zentralchina zu verhindern.
• Danken Sie Gott, dass der Gemeinde in Shouwang in Südost China erlaubt wurde, einen neuen Internetauftritt ins Netz zu stellen, nachdem dieser zwei Monate vorher von der Polizei gesperrt wurde. Beten Sie, dass sie on-line bleiben dürfen, um ihrer Gemeinde und der Bevölkerung dadurch zu dienen.
• Beten Sie für Huang Lemin, dass sein Fall vor Gericht fair verhandelt wird und Gerechtigkeit siegt. Beten Sie für die Rechtsanwälte, wenn sie die Zeugen befragen, und beten Sie für seine Gemeinde, die weiterhin Verfolgung ausgesetzt ist.
ÄGYPTEN - NEUES ZUR ÄNDERUNG DES AUSWEISES EINES CHRISTEN MUSLIMISCHER HERKUNFT
Am 13. Juni verweigerte eine ägyptisches Gericht Maher al-Gohari, einem ägyptischen Christen, der vom Islam zum christlichen Glauben übergetreten war, die Religionsbezeichnung auf seinem Personalausweis ändern zu lassen.
Wie wir letzten Monat berichteten, ließ sich Maher im Ausland taufen und erhielt eine Taufurkunde, auf die hin eine ägyptische Kirche seine Zugehörigkeit zum christlichen Glauben anerkannte und ihn als Gemeindemitglied aufnahm.
Sein Antrag, den Ausweis ändern zu lassen, wurde abgelehnt, weil die ägyptische Kirche die Taufurkunde nicht formell korrekt beglaubigt hatte und sie daher ungültig war. Der Richter gab auch an, dass dem Gericht keine rechtsgültige Urkunde vorliege, die eine Änderung von Mahers Personalausweis nötig machte. Tatsächlich gibt es keine befugte Institution, die ein solches Dokument ausstellen könnte, da eine Abkehr vom Islam rechtlich nicht möglich ist.
Mahers juristische Berater bereiten einen Einspruch gegen das Urteil vor, da sie glauben, der Richter habe das bürgerliche Gesetz extrem eng ausgelegt. Das betrifft auch einen Bericht eines Landesrates, der besagt: „Die religiöse Bekehrung eines Muslims verstößt gegen islamisches Recht und stellt eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung dar."
• Beten Sie, dass alle an diesem Fall Beteiligten rechtschaffen handeln und dass Maher al-Goharis juristische Berater Gottes Weisheit zur Fortführung der Verhandlungen empfangen.
• Beten Sie, dass Mahers Fall am Ende von Erfolg gekrönt wird, sein Ausweis geändert werden kann und so ein Präzedenzfall für andere Christen aus dem Islam geschaffen wird.
• Beten Sie, dass Maher und seine Tochter, die selbst auch Christ ist, täglich die Gegenwart und den Frieden Jesu erfahren.



















